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Archive für August 2009
Blick zurück zum Uhuru Peak
9.8.2009 by Christina.
Bin wieder in Deutschland und muss schon schmunzeln, was Mario aus zweimal 30s Telefonaten gemacht hat… Mehr hat mein Handy samt Solar-Nachladestation und das Netz nicht hergegeben. Jedenfalls war ich 6.30 Uhr zum Sonnenaufgang am Stella Point (s. Foto), Tränen überströmt und mit der Ahnung das letzte Mal im Leben hier oben zu stehen. Mike umarmte mich und sagte, dass es ihm auch schlecht geht mit seinem Knie und er daher nicht mit der Gruppe Nieberle zum Uhuru Peak weiter gelaufen ist. Wir beschlossen abzusteigen.
Warum vergesse ich bloß jedes mal wie schwer mir die letzten 200m Höhenmeter fallen? Sind 0.00 Uhr vom oberen Barafu Camp Uhr los gelaufen. Adolf musste nach ca. 20 Minuten umkehren, er laborierte an einer alten Lungenkrankheit. Gerald begleitete ihn ins Camp und war in unmöglich erscheinender Zeit wieder bei uns, eben ein Chagga. Mike lief vorne wie immer in seinem ruhigen Moonwalkschritt und die vier anderen Guides am Ende begannen zu singen. Dieser meditative Gesang tat mir sehr gut, er beruhigte ungemein. Ich kämpfte mit Schwindel, aber nicht aufgrund der Höhe. Eine nicht ausgelegene Gehirnerschütterung macht mit schon seit Jahren zu schaffen. Immer wenn es Spotlight gibt und tanzende Schatten wird mir schwindlig. Disco und eben auch die Schlange der Bergwanderer mit ihren Stirnlampen sind unerträglich. Nach einiger Zeit brach Mike den Gesang barsch ab. Später wurde klar, dass er hier schon starke Schmerzen im Knie hatte und er das unbekümmerte Gesinge wohl als Zumutung empfand. Bis zur dritten Essens- und Trinkpause lief es gut und ich war inmitten der Gruppe. Das dritte Gel löste allerdings schon einen Brechreiz aus und dann fand ich mich plötzlich hinter Richard alleine wieder, der extrem langsam ein Bein vor das andere setzte. Ich machte einfach mit und grübelte dabei, wo wohl die Gruppe geblieben ist. Irgendwann erkannte ich auch Gerald hinter mir, der bei Gerhard war. Wir zwei waren die abgeschlagenen. Ich weiß von den anderen Besteigungen, dass man erst einmal AUF den schwarz sich vom Nachthimmel abhebenden Mawenzi schauen muss, sonst ist man noch nicht hoch genug. Danach löst sich langsam der Sternenhimmel auf und weicht einem milchgrauen Schein. So war es auch diesmal und dann waren wir doch plötzlich oben. Gerhard lief nach kurzer Pause der Gruppe zum Uhuru Peak hinterher, ich hatte, auch weil ich Mike nicht alleine runterhumpeln lassen wollte, keine Motivation ihm zu folgen. Heute ist Sonntag, am Dienstag waren wir oben und ich nehme mir vor mit besserer Vorbereitung beim fünften Aufstieg wieder bis zum Uhuru Peak zu laufen.
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Die höchste Spitze Afrikas ist zum greifen nah
3.8.2009 by Christina.
Die Landschaft hier am Kilimanjaro ist sehr beeindruckend, die Vegetationen bis hoch zum Uhuru Peak zeigt so viele Eigenheiten, dass man kaum glauben kann in Afrika zu sein, nur die Crew holt mich immer wieder aus den Träumen zurück. Die schwarzen Gesichter mit den weißen Zähnen könnten in der Nacht auch Gespenster sein! Nein, alle aus unserer Crew machen den Job für die Familie, Miete usw. Sie sind nur gelassener, schwerfälliger, aber fleißig. Es sind eben Dinge die man nicht importieren und auch nicht exportieren kann. Solche Dinge gehen mir durch den Kopf, wenn ich in der Nacht nicht schlafe. Aber eigentlich will ich zur Spitze, philosophieren kann ich noch später. Jetzt muß ich erst einmal das Barafu Camp erreichen. Der Weg vom Karanga Camp hoch zum Barafu Camp ist etwas öde, aber kürzer als alle anderen Tages-Touren. Ich habe mich von gestern, so glaube ich, ganz gut erholt. Hoffe, dass es nicht nur so ein Gefühl ist. Jedenfalls Barafu sollte machbar sein. Komme ich im Basis-Camp so gut an, wie ich mich jetzt nach dem Frühstück fühle, werde ich meine gestrigen Gedanken begraben. Die Spitze des Kilimanjaro ist einfach zu nahe! Die Chagga Tour Crew will natürlich ihre Chefin oben in der ersten Reihe sehen. Da werde ich wohl die Zähne zusammen beissen müssen!
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Kilimanjaro Besteigung mit Chagga Tours & der deutschen Gruppe um Thomas Nieberle
2.8.2009 by Christina.
Der Weg heute von Moir Hut zum Karanga Camp war extrem lang, eigentlich für zwei Tage passend. Kam als letzte an. Das Wetter ist bis hier her perfekt. Sonne, kalte Nächte, kein Regen, nur der grässliche Staub. Mario würde hier sicherlich eine Portion Wasser mehr benötigen. Die Truppe der Chagga Tours Companie läuft wie ein Schweizer Uhrwerk. Mit der perfekten Ausrüstung, die wir Dank des Kiliman Sponsor VAUDE besitzen, macht ja auch alles etwas mehr Spaß. Auch der Frau und den Mannen um Thomas Nieberle merkt man an, dass es perfekte Alpinisten sind, die sich gut vorbereitet haben. Hier wird Mike wohl alle Certificates auf den Uhuru Peak ausstellen können. Aber es ist noch nicht aller Tage abend. Für mich lief der Tag nicht so besonders, schlafe sehr schlecht und bin vielleicht auch ein bischen unkonzentriert. Habe zu wenig getrunken, dazu die Gels und Riegel vergessen in mein Gepäck zu tun. Dann noch der Ausfall von Freddy, meinem persönlichen Maskottchen. Er sollte heute im Karanga Camp ankommen und mich zur Spitze begleiten, wie schon zweimal. Er kehrte auf dem Weg um. Auch an ihm gehen das Alter und die harten Porter-Jahre nicht spurlos vorüber. Die Tour soll ja auch perfekt für unsere Kunden sein, die so wichtig sind. Denn die Mund zu Mund-Werbung funktioniert nach wie vor am Besten. Die Krise können wir einfach nicht tot schweigen, wie man es hier in Afrika gern tut. Ich glaube, dass es die Leute begriffen haben, nur ein guter Job hilft uns weiter. Deshalb werde ich auch die Zähne zusammen beissen, ich will den Sonnenaufgang am Uhuru Peak sehen. Beweisen muß ich es mir nicht unbedingt, aber der Weg war so weit bis hier her, also werde ich es morgen langsam Richtung Barafu angehen. Drückt mir einfach die Daumen, wie ich es auch für jeden Einzelnen immer tue, der mit Chagga Tours den Kilimanjaro bezwingen will.
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